Théâtre en allemand: Nathan der Weise

Théâtre Equilibre

Zur Zeit der Kreuzzüge in Jerusalem wird Recha, die Tochter des reichen Juden Nathan, bei einem Brand von einem jungen Tempelherrn gerettet. Ein christlicher Kreuzritter, der mitten im Krieg ein Juden-mädchen rettet? - Höchst seltsam! Und auch der Tempelherr selbst verdankt sein Leben einem wunderbaren Ereignis: der Begnadigung durch den Sultan, weil dieser ihn an  einen  verschollenen Bru-der erinnert. Doch der Tempelherr scheint seine Tat bereits zu bereuen. Harsch weist er alle Annähe-rungsversuche des Judenmädchens Recha ab, die von ihrem Retter schwärmt. Selbst der besonnene Nathan kann bei ihm nichts ausrichten.
Zur selben Zeit versucht der Sultan, dem reichen Nathan eine Falle zu stellen, um mit dem Geld des Juden seine Kriegskasse aufzufüllen. Nathan soll dem muslimischen Herrscher erklären, welche der drei Weltreligionen die wahre ist: die christliche, die jüdische oder die muslimische? – Eine scheinbar unlösbare Frage.
Doch Nathan versucht sich mit einer Geschichte aus der schwierigen Situation zu retten, nämlich mit der Geschichte vom Vater und den drei Söhnen. Dieser Vater besitzt einen Ring von unschätzbarem Wert, der die Gabe hat, vor Gott und den Menschen angenehm zu machen. Der Vater liebt alle drei Söhne gleichermassen und verspricht nun jedem Sohn seinen Ring.  Doch da der Vater nur einen Ring besitzt, lässt er heimlich zwei Duplikate des Ringes anfertigen. Bald darauf stirbt er und jeder der Söhne erhält seinen Ring. Doch welcher ist nun der wahre Ring? – Auch der zu Rate gezogene Richter will diese Frage nicht entscheiden. Eine befriedigende Antwort sei erst am Ende der Zeiten möglich. Er gibt inzwischen den Söhnen folgende dringende Empfehlung: «Es eifre jeder seiner unbestochenen von Vorurteilen freien Liebe nach!»

Lessings Stück ist ein Manifest des Glaubens an die aufklärerische Idee, dass Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg möglich ist. Das macht «Nathan» in Zeiten des wachsenden Fundamentalismus, des weltweiten Terrors im Namen der Religion und der Absage an eine multikulturelle Gesellschaft äusserst brisant und aktuell. (source: theaterinfreiburg.ch)

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